Von den Sternen zu Grafikdesign und Texten

 

Als Kind wollte ich Astronautin werden. Sterne! Staunen! Freiheit! Es hat sich allerdings herausgestellt, dass das nicht die ideale Berufswahl ist, wenn man es hasst, in engen Räumen eingeschlossen zu sein. Das wurde mir klar, als einer meiner Brüder mich bei Bekannten in ein Wandschränkchen sperrte und anschließend die Tür nicht wieder aufbekam. Tschüss, Weltraumflug! Ich tröste mich seitdem mit dem Gedanken, dass ich irgendwann tot bin und als Seele sehr komfortabel vom All aus auf die Welt schauen kann, ganz ohne Begrenzung. Das wird super! Dieses Ereignis hat aber noch so 80 Jahre Zeit, da habe ich wirklich Geduld, auch wenn ich sonst eher von der schnellen Truppe bin.

 

Wenn ich mir die großartige Erde also nicht von außen anschauen konnte, wollte ich sie wenigstens von innen verändern. Nicht im physikalischen Sinne – ich hatte mehr die Menschen im Blick. Ihre Innenwelten, ihr Miteinander, die Gestaltung der Umgebung, Kommunikation. Also legte ich mir nach und nach die passenden Werkzeuge zu: Worte, Herzensbildung, Wissen.

 

Die Grundausstattung für magische Weltveränderungen hatte ich schon immer im Gepäck. Als kreativer Mensch, der gerne neue Dinge lernt, kamen mir meine schnelle Auffassungsgabe und das Talent zur Wahrnehmung feiner Details entgegen. Dass ich mit Worten ganz gut bin, stellten meine Eltern spätestens fest, als ich auf ihren ehrlichen Aufklärungsversuch hin fragte: "Ist das nicht ziemlich unhygienisch?" Das hielt mich freilich nicht davon ab, mir Ärger mit Müttern einzuhandeln, die es gar nicht gut fanden, dass ich mein profundes Wissen an die Kindergartengruppe weitergab ... Not sorry. Ich bin geradeheraus und fand Ehrlichkeit schon immer wichtig.

 

 

Mit Herzblut, Schöpfergeist und hohen Ansprüchen in die Selbständigkeit als Texter und Grafikdesigner

 

Bevor der Schöpfergeist das Licht der Schwäbischen Alb erblickt hat, war ich Sozialpädagogin. Nachdem ich feststellte, dass Menschen sich bei mir plötzlich öffnen wie ein Buch, dachte ich, ich könnte mich für dieses Talent auch bezahlen lassen. Ich startete voller Elan ins Studium und danach ins Berufsleben. Insbesondere die Onlineberatung gefiel mir, weil ich nun mal lieber schreibe als rede. Allerdings stellte ich nach rund sechs Sozialarbeiterjahren fest, dass ich nirgendwo die Strukturen finden konnte, die mir nachhaltiges Wirken für die Klienten ermöglicht hätte. Da ich alles, was ich tue, mit ganzem Herzen tue, wollte ich das nicht mehr länger mittragen. Ich kündigte die letzte Anstellung ohne Plan B. Kompromisse in der Qualität meiner Arbeit sind für mich nie eine Option gewesen.

 

Jahrelang hatte ich für die Presse geschrieben, war mit dem Scheffelpreis ausgezeichnet worden und hatte literarisches Schreiben studiert. Ich wollte schon immer selbständig sein und zu meinen eigenen Bedingungen arbeiten, meinen Ansprüchen vollauf gerecht werden können, gestalten und unterstützen. Die Entscheidung war plötzlich klar wie ein wolkenloser Nachthimmel. Ende 2014 startete Anne Retter als Texterin und Journalistin und zog in eine größere Wohnung mit Homeoffice. Ich hörte von meinem Vater in unserem letzten Gespräch vor seinem Tod, dass ich damit genau das tue, wozu ich seiner Meinung nach schon immer bestimmt war. Was Selbständigkeit bedeutet, wusste ich von Zuhause: Mein Vater war Glasermeister, Perfektionist, ein kreativer Querdenker mit Führungsqualitäten. Es heißt, ich komme nach ihm.

 

 

Schreiben. Gestalten. Die Bedürfnisse meiner Kunden schnell erfassen und erfüllen.

 

Das Fernstudium Grafikdesign ging ich einige Monate später an. Ich wollte dazulernen und belegen können, dass ich auch objektiv qualifiziert bin. Großartige Unterstützung habe ich dabei von meinem Bruder Falko Retter und meiner Freundin Christin Stracke bekommen. Sie führte bis vor Kurzem ihrer Werbeagentur gnubrew, widmet sich aber nun voll und ganz dem Ceentrum.

 

Mein Bruder hat Onlinemedien studiert und lebt heute als Programmierer in Kanada. Nein, er hat mich damals nicht in den Schrank gesperrt. Dass ich nach wie vor hier bin – Erde, Deutschland, Albstadt – verdankt sich meinem anderen Geschwisterkind. Solange ich also noch nicht als Seele zwischen den Sternen schwebe, bin ich mit meiner Wunderlampe und dem Schöpfergeist darin gerne für dich da. Schreib mir! Ich bin gespannt darauf, von dir und deiner Leidenschaft zu erfahren.

 

 

 

Anne Retter unkompliziert, strukturiert und pragmatisch

1982     in Albstadt geboren

2002     Abitur am Wirtschaftsgymnasium

2003     Studium an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

              Erziehungswissenschaft, Literarisches Schreiben, Philosophie


2006     Beginn der nebenberuflichen Selbständigkeit als Freie Journalistin

 

2008     Abschluss als Diplom-Pädagogin

              Abschlusszertifikat Studio Literatur und Theater Tübingen

2009     Berufseinstieg als Sozialarbeiterin

2010     Abschluss der Zusatzausbildung zur Onlineberaterin, Kinderschutzbund München

2014     Gründung von Rettetexter

 

2016     Abschluss des berufsbegleitenden Fernstudiums Grafikdesign


2017     Umfirmierung von Rettetexter zu Schöpfergeist